Freitag, 03.02.2006
Mein Wecker klingelte um 4.45 Uhr, denn Michael und ich mussten um 5.25 Uhr zu RER gehen, um rechtzeitig am Gare de Lyon anzukommen. Von dort fuhren wir mit dem TGV nach Montpellier in Südfrankreich.
Die Fahrt im
TGV (Höchstgeschwindigkeit bis zu 300 km/h) war äußerst angenehm. Um 10 Uhr kamen Michael und ich am Bahnhof von Montpellier an, wo uns Chloé und Thomas abholten. Chloé zeigt uns im Anschluss den Hafen und den Strand von Montpellier.
Gegen 13 Uhr musste Chloé in die Uni, Michael, Thomas und ich machten deshalb für die folgenden Stunden alleine Montpellier unsicher. Erst verschafften wir uns am Bahnhof in unserem Umkreis reichlich Platz, indem wir den stinkenden Reblochon auspackten, im Anschluss besichtigten wir die Innenstadt Montpelliers.
Am späten Nachmittag trafen wir uns wieder mit Chloé zum Kaffeetrinken, anschließend zeigte sie uns noch einige schöne Orte von Montpellier.
Am Abend kochten wir zuhause bei Chloé Kartoffelgratin und Apfeltarte, die wir, zusammen mit Chloés Eltern aßen. Um 0 Uhr gingen wir todmüde schlafen.
Samstag, 04.02.2005
Am Morgen fuhren wir mit dem Zug in die alte Römerstadt
Nîmes, die mit ca. 130000 Einwohner ziemlich groß ist. Wir besichtigten das “Maison Carrée”, einen Tempel aus der Römerzeit, und das Amphitheater “Les Arènes”, das allerdings gerade renoviert wurde, weshalb wir auf den Eintritt verzichteten.
Durch die kunstvoll angelegten Gärten “Jardins de la Fontaine” mit dem Dianatempel ging’s hinauf zum 32 Meter hohen Turm “Tour Magne”.
Bevor wir uns wieder zum Bahnhof begaben, schlenderten wir ein wenig durch die Stadt und stärkten uns bei McDo. Leider hatten wir nicht die nötige Zeit, um zur berühmten Brücke “Pont du Gard”, die etwas außerhalb liegt, zu gelangen.
Mit dem Zug fuhren wir um 14 Uhr weiter nach Avignon.
Dort wehte uns der starke Nordwind, der sogenannte “Mistral”, um die Ohren. In Avignon besichtigten wir die weltberühmte, abgebrochene Brücke “Pont St. Bénézet” aus dem 12. Jahrhundert. Der Audioguide gab uns reichlich Informationen über die Entstehungsgeschichte der Brücke, zum bekannten Lied “Sur le pont d’Avignon” und den geschichtlichen Ereignissen rund um die Brücke.
Im Anschluss daran gingen wir hinauf zum “Jardin d’été”, einem Aussichtsturm mit Blick auf die Rhône und das Umland, sowie zu den Papstpalästen “Palais des Papes”. Diese geschichtsträchtigen Paläste erkundeten wir in den folgenden Stunden.
Als es zu dämmern begann, suchten wir einen Supermarkt auf, um unser Abendessen zu kaufen, dann machten wir uns auf den Weg zu unserem Formule 1-Hotel, das wir schließlich einige Zeit später auch fanden.
Sonntag, 05.02.2006
Pünktlich um 7.30 Uhr riss uns das Ufo-Alarm-Klingeln meines Handys aus dem Schlaf, denn wir wollten um 9.45 Uhr am Zentralbahnhof von Avignon sein und unser Hotel lag etwas außerhalb. Die Zeit sollte also locker ausreichen für das Frühstück und den zu erwartenden Fußmarsch, dachten wir…
Um 9 Uhr brachen wir vom Hotel auf Richtung TGV-Bahnhof, denn dort konnten wir laut Empfangsdame den Bus nehmen.
Nachdem wir 40 Minuten planlos im Kreis rumgelaufen waren, verabschiedeten wir uns von der Idee den Zug rechtzeitig zu erwischen und liefen nun doch direkt zum Zentralbahnhof.
Als wir um 10.30 Uhr endlich erschöpft und ausgefroren dort ankamen, mussten wir enttäuscht feststellen, dass der nächste Zug erst um halb eins in Arles sein würde. Unser Plan war somit dahin und wir gönnten uns stattdessen einen heißen Tee in einem Café am Hôtel de Ville von Avignon.
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Schließlich in Arles angekommen, empfing uns ein noch kälterer Wind, aber von diesem hübschen, kleinen Städtchen im antik-mediterranen Baustil, insbesondere dem Amphitheater, waren wir ziemlich begeistert. Obwohl es keine Stierkämpfe gab.
Den Stadtrundgang und die Besichtigung der Arena hatten wir unerwartet schnell hinter uns gebracht, so dass wir schon um 14 Uhr nach Marseille weiterfahren konnten. Wir waren also wieder im Plan…
In Marseille angekommen, nahmen wir den nächsten Fußmarsch in Kauf, um unsere Sachen im Hotel abzulegen und diese als etwas rau verrufene Millionenstadt auf uns wirken zu lassen.
| Mit dem Bus fuhren wir danach zum “Vieux Port”, dem alten Hafen und Zentrum Marseilles. |  |
 | Neben einem Hafenrundgang sahen wir die imposante Kathedrale “Cathédrale la Major”, schossen noch ein paar Bilder vom Hafen bei Nacht und einigten uns schnell darauf, in einem Fischrestaurant Essen zu gehen. |
Dass unser Abendessen ein Erlebnis der besonderen Art werden sollte, konnten wir da noch nicht wissen…
| Das erste Mal stutzig machte uns Michaels Fischsuppe, deren Verzehr er erst nach einigen Anweisungen und Hilfestellungen des Kellners in Angriff nehmen konnte. |  |
Als Hauptgericht hatten wir uns zu dritt eine große Platte mit Meeresfrüchten bestellt, die wir mit großer Spannung erwarteten, nachdem man uns gleich eine ganze Reihe von Bestecken neben den Teller legte. Wir waren nicht ganz sicher, ob wir damit auf unser Hauptgericht oder auf eine Blinddarm-OP vorbereitet werden sollten. Als uns die Platte gebracht wurde und wir uns vergewissert hatten, dass alles, bis auf die Austern, tot war, legten wir los.
Meine erste Erfahrung mit Austern bestand im Niederringen eines kurzen, aber intensiven Brechreizes. Auf das Drängen von Michael und Thomas hin, die sich ebenfalls als nicht allzu große Austern-Fans outeten, verspeiste ich trotzdem nach und nach tapfer die 6 mir zustehenden Austern, allerdings mit deutlich mehr Zitronensaft und Essig als bei der ersten Auster.
Die anderen (rohen!) Muscheln und Meeresschnecken waren etwas besser – aber nicht viel…
Einzig die bekannten Shrimps stellten ein paar kurze kulinarische Höhepunkte sicher.
| Krönenden Abschluss bildete das Ausweiden und der Verzehr des Krebses, bei dem wir endlich alle Folterwerkzeuge zum Einsatz bringen konnten. Besonders geschickt beim Auffinden essbarer Partien stellte sich Thomas an, auch wenn Michael dabei im Eifer des Gefechts von ein paar Krebssplittern aus Thomas Ecke getroffen wurde. |  |
Als wir unser Festmahl nach über 2 Stunden beendet hatten, war es schon zu spät, um noch irgendetwas zu besichtigen.
Und da sich bei Thomas und mir ein etwas flaues Gefühl in der Magengegend eingestellt hatte, gingen wir kurzerhand ein paar Schritte weiter ins nächste Restaurant (mit dem Namen “Zum goldenen M”), wo wir unsere leidgeprüften Mägen mit altbewährter Kost (Hamburger, McFlurry) beschwichtigten.
Danach liefen wir zum Hotel zurück und erholten uns von den vielen interessanten Erlebnissen/Strapazen dieses Tages.
Montag, 06.02.2006
Den Vormittag verbrachten wir in Aix-en-Provence, einer schönen, beschaulichen Stadt (130000 Einwohner) nördlich von Marseille. Das Ambiente dieser Stadt gefiel uns wirklich sehr gut (wir sagten, dass wir uns vorstellen könnten hier später mal zu leben), hinsichtlich Sehenswürdigkeiten hatten wir uns fast noch etwas mehr erwartet (vielleicht sind wir von Paris schon etwas zu verwöhnt). Zu sehen gab es einige Brunnen (u.a. Fontaine de La Rotonde) und ein paar hübsche Gebäude (wie z.B. das Rathaus).
Kurz um: nach 2 Stunden hatten wir bereits alles gesehen und fuhren nach Marseille zurück.
In Marseille besichtigten wir auf einer Anhöhe des alten Hafens die Kathedrale “Notre-Dame de la Garde”, eine Kirche an der bekannten “Rue Canebière” und noch ein paar Aussichtspunkte mit Blick auf den Hafen.
| Vor der Heimfahrt nahmen wir den Palais Longchamps in Augenschein, deckten uns mit Proviant ein und machten uns auf die Heimreise unseres wirklich interessanten und erlebnisreichen Südfrankreich-Urlaubs. |  |
Vielen Dank an Michael, der mir beim Verfassen der Berichte zu unserem Südfrankreichtrip geholfen hat.