Sonntag, 01.01.2006

Das neue Jahr begann für drei von uns erst am Nachmittag, der Vierte sollte den Neujahrstag nur passiv miterleben.
Wir legten einen Tag Pause ein, an dem wir die Zimmer in Ordnung brachten und das Weblog aktualisierten. Am Abend kochten wir für uns und Michael Spaghetti Bolognese.
Ausruhen an Neujahr

Montag, 02.01.2006

Nachdem wir auch an Neujahr erst in den frühen Morgenstunden ins Bett kamen und die Silvesterfeier noch immer kleine bzw. teilweise große Nachwirkungen zeigte, schliefen wir entgegen ursprünglicher Planungen etwas länger. Da es in Chinatown, wo wir wohnten, keine normalen Geschäfte gibt, hatten alle Geschäfte – statt am Sonntag – am Montag geschlossen. Wir konnten mangels Baguettes also kein gewohntes französisches Frühstück zu uns nehmen. Deswegen machten wir Spaghetti Bolognese und verschärften sie mit chinesischer Paste. Weil Gollum entgegen der Hoffnung der anderen noch immer krank war und schon nach 2 Nudeln gesättigt war, luden wir Jana zum Essen ein.
Anschließend ging es dann ein letztes Mal ins Centre Ville von Paris.
Wir kauften uns ein sehr preiswertes Tagesticket zum Preis von 12 Euro und nahmen Kurs aufs Boulevard Haussmann. Dort informierten wir uns zuerst in der Männerabteilung der Galeries Lafayette über die neuesten Modetrends und erfuhren, welch paradisische Einkaufsbedingungen Marco in den USA vorfindet.

Galeries Lafayette Galeries Lafayette von innen

Anschließend bewunderten wir die graziöse Kuppel der Galeries Lafayette, bevor wir uns noch ausführlicher über Männeruhren und Parfum informierten. Leider hatten wir nicht das nötige Kleingeld dabei, um gleich eine Rolex mitzunehmen.

Der Marco und ich Sacré Coeur vom Dach von Lafayette
Marco und Krausi Alle dry zusamn
Eiffelturm, La Madeleine und Grand Palais

Beim anschließenden Schlendern über den Boulevard Haussmann fanden wir ähnliche Uhren von asiatischen Verkäufern für ca 10 Euro. Aber auch dafür war uns unser Geld zu schade. Das investierten wir lieber in Frappuccino bzw. Cappucino im Starbuck’s Coffee auf dem Boulevard.
Einige Minuten später entdeckten wir ein Geschäft, in dem wir die Haute Couture von Paris zu erschwinglichen Preisen vorfanden, was uns in einen kleinen Kaufrausch versetzte. Am Ende hatte jeder von uns jeweils ein Sakko, ich außerdem eine FBI-Jacke, eingekauft.
Nachdem uns fast ein Taubenschwarm angefallen hätte, versuchte ich noch, Krausi und Marco bei Souvenirgeschäften alle möglichen Souvenirs aufzudrängen. Trotz meines Verkaufstalents gelang es mir den beiden lediglich jeweils zwei Bilder aufzuschwatzen – meine Provision blieb an diesem Tag sehr gering.

Ich mit Baskenmütze

Ich wollte meinen Freunden unbedingt noch die große Spiegelkugel „Géode“ am Cité des Sciences et de l’Industrie zeigen.

Géode Krausi, ich und Marco vor der Géode
Leider war mittlerweile die Nacht angebrochen, somit war das Museum nicht mehr zugänglich und das riesige Gelände völlig menschenleer, dafür aber sehr stilvoll bunt beleuchtet. Wir machten noch einige Fotos von der schönen Kulisse und liefen zurück zur Metro, da uns mittlerweile der kleine Hunger packte. Bunte, stilvolle Lichter

Auf dem Weg hatte ich noch das Glück in ein Häufchen auf der Straße zu galoppieren, was zur allgemeinen Erheiterung beitrug.
Zum Essen ging es wieder ins Quartier Latin, wo wir aus dem reichhaltigen Angebot eine Kneipe wählten. Wir aßen jeweils ein Menü, waren danach mittelmäßig zufrieden und traten nach einem kleinen Spaziergang – vorbei an der Sorbonne, dem Mittelaltermuseum und dem Pantheon – gegen 24 Uhr die Heimreise an.

Pantheon

Da wir den Zimmerschlüssel von Marco noch aus einem Briefkasten fischen mussten, stand uns noch eine längere Tortur bevor, bis wir schließlich unseren kranken Ex-Panzerknacker Gollum überreden konnten, uns den Briefkasten ohne Schlüssel zu öffnen. Obwohl wir vorher über 30 min erfolglos dieses Unterfangen vorantrieben, öffnete Gollum innerhalb von 2 min den Briefkasten und Marco hatte seinen geliebten Schlafplatz zurück.
Abschließend ließen wir bei einem Bier die letzten Tage noch einmal Revue passieren.

Bière Blonde

Dienstag, 03.01.2006

Überraschend konnte Markus, in dessen Zimmer Marco seit seiner Ankunft schlafen durfte, aufgrund einer Erkrankung nicht wie geplant am 02. Januer anreißen. Deswegen hatte ich die dankbare Aufgabe zusammen mit Marco das Zimmer zu säubern und anschließend der Heimleitung zu übergeben. Es gelang mir und Marco nicht, die beiden Martins (mit 60 h bzw. 5 h Schlaf) dazu zu bringen, uns zu unterstützen. Da der Wohnheimsbedienstete schon früher als geplant kam, hatten wir bis dahin bei weitem nicht alles geputzt. Obwohl auf den ersten Blick ersichtlich, dass dieses Zimmer nicht sauber war, hatte der Hausmeister nichts auszusetzten, was in Deutschland sicherlich nicht so problemlos gegangen wäre.
Da nun auch die beiden Maddins aufgestanden waren, konnten wir unser berühmtes französisches Frühstück ein letztes Mal einnehmen, bevor die anderen ihre Koffer packten und meine Zimmereinrichtung zwischenzeitlich in Sonjas Zimmer umräumten. Das taten wir, weil ich am folgenden Tag in Diegos ehemaliges Zimmer umziehen sollte, um endlich besser vom WLAN profitieren zu können.
Während die letzten Ansichtskarten geschrieben wurden und Krausi noch versuchte Sonjas PC von 100 verschiedenen Viren und Trojanern zu befreien, rückte die Stunde des Abschieds immer näher.
Die letzten 7 Tage waren leider viel zu schnell vergangen!
Ich hatte meinen Freunden in dieser Woche sehr viel von Paris gezeigt, wir waren mehr oder weniger gut in das WM-Jahr 2006 gestartet und ich hatte meinen Kumpels auch das Leben eines Erasmusstudenten in Frankreich nähergebracht. Wir hatten jede Menge Spaß, haben unseren Horizont sicher erweitert, Antikörper gegen gewisse Knutschkrankheiten gebildet und an Silvester auch festgestellt, dass es Grenzen beim Trinken von Alkohol gibt.
Daneben hatten wir jede Menge Spitznamen erfunden, worüber manche besser und manche weniger gut lachen können. Alles in allem war es eine super Woche, wenngleich das Wetter vor allem am Anfang der Woche etwas besser sein hätte dürfen – ich hatte ja eigentlich mit 30° gerechnet.
Nun war es also soweit. Mit dem Gepäck ging es mit der RER für günstige 11,75 Euro zum Flughafen, wo ich mich nach einer deutschen Brotzeit mit Brötchen und Deprezinern aus Pegnitz von meinen Freunden schweren Herzens verabschiedete. Nachdem Krausi auch schon nach 3 Versuchen durch die Sicherheitschecks kam, verschwanden meine Freunde in der Boarding Area und ich musste die Heimreise antreten und meinen Zimmerumzug vollziehen.
Die Drei landeten nach einem ruhigen Flug und einem Käsebrötchen später in Nürnberg und wurden von Trumpis Mutter gut nach Hause gebracht, wo sie ihr Schlafdefizit in den verbleibenden Weihnachtsferien wieder aufholen konnten.