Erste Praktikumswoche bei IFP – 10.-14.04.2006
| Seit Montag, 10.04., mache ich beim “Institut Français de Pétrole” bis zum Ende meines Frankreichaufenthalts, also bis Ende Juni, ein Praktikum. | ![]() |
Das Thema des Praktikums lässt sich in etwa so übersetzen: “Lösungsmethoden linearer Gleichungssysteme zur Berechnung der CO2-Einspritzung in poröse Gebiete für einen Prototypen”. Es geht, kurz gesagt, darum, lineare Gleichungssysteme durch iterative Methoden, v.a. Krylow-Unterraum-Verfahren, und mit Hilfe von Vorkonditionierung möglichst effizient zu lösen.
Am ersten Tag mussten zunächst die ganzen organisatorischen Dinge geklärt werden. Ich wurde über meine Rechte und Pflichten als Praktikant aufgeklärt, musste einige Formulare unterschreiben und bekam einen “Badge”, der mir Zutritt zu den verschiedenen Gebäuden verschafft, ausgehändigt.
Dann ging ich zum Büro von Elodie, die meine Praktikumschefin ist. Elodie ist Ingenieurin und schreibt gerade seit 1,5 Jahren Doktorarbeit bei Monsieur Eymard, den ich im Kurs “Analyse numérique et simulation” hatte und der mir dieses Praktikum verschafft hat. Elodie stellte mir einige Personen aus der Abteilung der angewandten Mathematik und Informatik vor, zeigte mir meinen Platz im Büro und präsentierte mir anschließend Teile ihrer Doktorarbeit.
Die ersten Tage bestehen/bestanden hauptsächlich darin, mich in das Thema einzuarbeiten. Ich befasste mich mit einigen Verfahren und Methoden und versuchte mich in Elodies Quellcode zurecht zu finden.
Montag, Dienstag und Mittwoch empfand ich ein wenig frustrierend, da ich fast nur “Bahnhof” verstand. Aber am Donnerstag und Freitag wurde das schon langsam besser und am Freitag konnte ich auch endlich selber mit dem Programmieren anfangen.
Insgesamt gefällt mir das Praktikum bislang sehr gut. Ich finde das Thema von Elodies Diplomarbeit interessant und das Arbeitsklima ist äußerst angenehm. Etwas ätzend ist allerdings, dass ich über eine Stunde von Lognes bis nach Rueil-Malmaison, wo sich das IFP befindet, mit der RER und dem Bus fahren muss.
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Die blauen Pfeile zeigen den Weg vom Wohnheim bis zum IFP auf, den ich zweimal täglich zurücklegen muss.


[...] Ohne zu wissen, was uns erwartete, fuhren Sonja und ich am 8. September 2005 in Richtung Frankreich. Natürlich hat man etwas Bammel, wenn man für mehrere Monate ins Ausland geht, denn man weiß ja nie, was da so genau auf einen zukommt. Jedoch überwog zu diesem Zeitpunkt schon die Vorfreude. Und als Erasmusstudent wird es einem auch relativ leicht gemacht. Innerhalb weniger Stunden hatten wir Michael, Markus, Diego und Jana kennengelernt, die ja sogar im gleichen Wohnheim wohnten. Die ersten Wochen waren hauptsächlich vom Sprachkurs, einer kleinen Affäre mit Fanny, dem Kennenlernen und Erkunden der tollen Stadt Paris und vorallem von reichlich Erasmusparties, bei denen man sehr viele Leute aus allen Ländern der Erde kennengelernt hat, geprägt. Diego und Markus stimmten jedesmal “La camisa negra” an und der Alkohol floss dabei meistens auch nicht zu knapp. Sprachprobleme gab es eigentich relativ wenige, außer bei dem unvergessenen Gespräch mit EDF am ersten Tag. Da ich eh schon ganz gute Vorkenntnisse aus der Schule mitbrachte und man die meiste Zeit auf französisch redete, bereitete die fremde Sprache keine allzu großen Probleme. Nach 2 Wochen in Frankreich begannen schließlich die Mathevorlesungen. Eigentlich hatte ich mir schon vorgenommen einige Kurse anständig mitzumachen. Leider war es nicht ganz einfach Mathekurse auf französisch zu verfolgen und durch die vielen Parties blieb relativ wenig Zeit zum Lernen. Hinzu kam, dass die Abschlussklausuren zum Wintersemester alle in der ersten Woche des neuen Jahres stattfanden, also gerade da, wo Krausi, mct und Marco zu Besuch waren. Zuvor war ich das erste Mal seit mehr als 3 Monaten wieder in Deutschland, um mit meiner Familie Weihnachten zu feiern. In den Monaten Januar und Februar sind sehr viele Erasmusleute (u.a. Sonja, Michael, Caro und Laura) wieder zurückgegangen, andere (wie z.B. Daniel) kamen. In der zweiten Hälfte hatte ich mit den Erasmusleuten nur noch sehr wenig zu tun, außer mit Daniel (Fußballspiel PSG-Bordeaux mit Amandine und Annabelle, Musée Rodin, Asterixpark, Disneyland, sowie tägliche Internetsession), Christian (Generalstreik, sein Geburtstag, Solidarité SIDA und Ausstellung im Grand Palais), Miklós (Abschied Miklós) und Thomas. Das lag vorallem auch daran, dass ich einfach nicht mehr so darauf aus war nur Party zu machen. Hinzu kommt, dass ich im zweiten Teil weit mehr Besucher hatte (Costa und Sarah, Kerstin und Kai, Hofi und Marco, meine Eltern zum zweiten Mal, Katha, Christian und Paul, sowie Chris und Marina) als in der ersten Hälfte (meine Eltern zum ersten Mal, sowie Krausi, mct und Marco). Außerdem musste ich für das Praktikum beim IFP, das mir Mr Eymard verschafft hatte, fit sein, denn neben 7-8 h Arbeiten täglich, musste jeden Tag ganz Paris mit der RER durchfahren werden, was 1,5 h dauert. Zum Glück hat sich das aber gelohnt, denn das Praktikum war für mich eine tolle Erfahrung. [...]