Katha, Christian und Paul berichten von ihren Erlebnissen und Eindrücken ihrer Tage in Paris:

Donnerstag, 01.06.2006

Punktlich um 20 Uhr setzte unsere Germanwings-Maschine auf dem Flughafen Charles-De-Gaulle auf. „Paris wir kommen“ – dachten wir zumindest. Ein herrenloses Gepäckstück auf der Toilette brachte das Treiben auf dem Flughafen zum Stehen. Nach unedlich langer Wartezeit bei der Gepäckausgabe rückte eine Spezialeinheit des französischen Militärs mitsamt Bombenentschärfungskommando („Déminage“) an, um den mit Dreckwäsche gefüllten Koffer aus der Gefahrenzone zu befördern. Nach ca. 2 Stunden Wartezeit setzten sich die Bänder der Gepäckausgabe wieder in Bewegung. Hastig rafften wir unsere sieben Sachen zusammen und sagten uns nochmals: „Paris, wir kommen!“

Um ca. 23 rasten wir bei den Noisy Champs vorbei und erreichten endlich unser Ziel: Lognes.
Der kleine Chinese um die Ecke, der unsere hungrigen Mägen füllen sollte, hatte nun leider geschlossen. Zum Glück haben wir Franken immer ein Frankonia-Notfall-Set dabei. Dieses bestand diesmal aus einem lieben 5 Liter Kulmbacher Edelherb Fässle, 27 Bratwürsten und 400g Sauerkraut. Das Essen haben wir dann mit Thomas und Daniel (zwei Freunden vom Flo) verspeist.

Freitag, 02.06.2006

Als fleißige Touris sind wir am nächsten Morgen bereits um 7h aufgestanden um schließlich als Erste die Stufen zum Eiffelturm hinaufzusteigen, um bei weltbestem Wetter die Aussicht auf Paris zu bewundern.
Im Anschluss haben wir erst einmal unser Metro-RER-Wochenticket ausgenutzt. Vesailles sollte unser nächstes Zeil sein. Wir kramten also unser bestes Schulfranzösisch hervor und fragten einen Ortskundigen nach dem schnellsten Weg nach Versailles. „Mensch Leute stellt euch doch nicht so an! Steht doch alles auf dem Metro Plan. Ihr müsst doch einfach bis Porte de Versailles. Dann steht ihr direkt davor.“ Klingt gut, war aber nicht so. Bis wir dann tatsächlich vorm Schloss standen, haben wir viele Metro-Linien kennengelernt und wissen jetzt bestens übers Pariser Schienennetz Bescheid.
Dann sind wir durch den kleinen Schlosspark strawenzelt und haben uns direkt vorm Grand Canal auf dem Rasen in der Sonne ausgeruht.Dabei haben wir uns ein wenig mit dem Reiseführer Baedeker (1988) über das Schloss und die Parkanlage informiert. Dadurch haben wir u.a. erfahren, dass die 4 Tugenden einer Königin Treue, Klugheit, Barmherzigkeit und ÜBERFLUSS (?) sind.

Nach einem langen Spaziergang sind wir schließlich mit Sonnenbrand zu La Defénse gefahren. Dort haben wir uns was Leckeres zum Mampfen gekauft und haben uns auf der Treppe vom Grande Arche mit Flo getroffen, der gerade von der Arbeit kam. Paul, Christian und ich unterm Grande Arche
Katha, Paul und Christian am Weg zum Grande Arche Paul, Katha und Christian am Finger von La Défense

Nach einem Rundgang durch das Hochhaus-Ensemble (ein krasser Kontrast zu Versailles) sind wir zum Louvre aufgebrochen, dessen Besichtigung am Freitag-Abend für Personen unter 26 Jahren kostenlos ist. Von der Mona Lisa, der Felsengrottenmadonna (wichtig für die Sakrileg-Leser), einer Ägypten-Ausstellung, der Venus von Milo bis zur Nike von … ist uns nichts entgangen bis auf Albrecht Dürers Selbstportrait, da der Bereich der deutschen Künstler gerade nicht zugänglich war.

Moulin Rouge-Kuh am Louvre Christian, Katha und Paul an der umgedrehten Pyramide im Louvre
Venus von Milo Paul
Christian an Statue Katha und ihre Lieblingsschildkröte

Erschöpft haben wir uns danach bei der „Louvre-Pyramide“ niedergelassen und haben die abendliche Stimmung genossen. Ein Streifzug durch die Tulerie und durch ein belebtes Kneipenviertel (Saint-Germain-des-Prés ) führte uns zu einer „sehr günstigen“ Épicerie. Dort kauften wir dem gutgelaunten, geschäftstüchtigen Verkäufer/Kellner aber gerne seinen günstigsten Rotwein (6 Euro, war aber unglaublich lecker) ab und ließen den Abend am Ufer der Seine ausklingen.

Weinkauf in der teueren Epicerie

Samstag, 03.06.2006

Nach einem leckeren Frühstück brachen wir etwas entspannter als am Vortag gegen 11 Uhr wieder Richtung Paris-Stadt auf. Im Anschluss an einen kurzen Rundgang durch das Einkaufszentrum bei der RER-Station Châtelet Les Halles besichtigten wir die Kirche Saint Eustache und machten uns dann auf zum Centre Pompidou. Dort genossen wir die Aufführungen von Künstlern. Sexy Gunther und Sexy Heinz ließen sich zudem von einem „sehr witzigen“ (lachen hahahaha) Franzosen zeichnen.

Sexy Gunther lässt sich zeichnen Auch sexy Heinz ließ sich karrikatieren

Dann ging es schon weiter zum Hôtel de Ville und dem straffen Zeitplan folgend, weiter zu Notre Dame. Einen Rundgang durch die wunderschöne Kirche im Strom der ganzen Touristen schlossen wir mit einem kurzen Gespräch mit dem Glöckner ab ;-).

Hôtel de Ville Notre Dame
Ganz in der Nähe ließen wir es uns am Seine-Ufer mit leckerem Baguette, Käse, Äpfeln, Sonne im Nacken und Blasmusik in den Ohren gutgehen. Paul, Katha und Christian am Seineufer

Ein Spaziergang durch das Viertel und an der Seine entlang, führte uns zur Brücke Alexandre III. mit Blick auf den Invalidendom. Nun ging es mit der Métro weiter nach Montmartre, wo wir den steilen Berg, auf dem die Kirche Sacré Coeur steht, erklommen. Wir wurden mit einem Wahnsinnsausblick auf Paris belohnt und auf den Treppen saßen viele Leute, die sich nicht nur vom Ausblick, sondern auch von den Darbietungen verschiedener Künstler beeindrucken ließen. Vor allem ein Fussballkünstler hat sämtliche, auch unsere, Aufmerksamkeit auf sich gezogen, so dass unser straffer Zeitplan in Gefahr geriet.

Fußballartist vor Sacré Coeur Einzeleinlage des Artisten für Katha

Schnell besichtigten wir Sacré Coeur von innen und machten über den Place du Tertre einen Abstecher in ein pulsierendes Afrikanerviertel. Eigentlich wollten wir doch eine CousCousBar besuchen? Nach langem und vor allem ziellosen Umherirren fanden wir auf wundersame Weise unser Ziel. Dort angekommen tranken wir guten Wein, hörten Live-Musik und um ca. 22 Uhr gab es ein kostenloses, aber leckeres CousCous.

Katha, unsere Rotweinkennerin Christian beim Couscous-Essen Halber Paul und Stefan, Daniels Kumpel, beim Couscous-Essen
Daniel und ich in der Couscous-Bar

Mit Daniel („Schlippa“) und seinem Kollegen ging es dann weiter nach Bercy an die Seine. Dort ankert nämlich ein Party Boot. Flo kennt dort zufällig den DJ, so dass wir vergünstigt auf die Party gekommen sind. Flo fühlte sich mit acht Erasmus-Mädels wie im Paradies und wir tanzten und tranken bis tief in die Nacht. Unserem Reiseführer schlugen der Wellengang und das etwas fremdländische Essen zuvor sehr auf den Magen. Nach ein paar kurzen Blicken über die Reeling hat er sich wieder einigermassen erholt und wir machten uns von Deck.

Der endgültige Heimweg konnte erst nach kurzem Warten (>60min) auf die erste RER wieder angetreten werden, so dass wir um halb sieben Uhr morgens totmüde ins Schlaflager fielen. Das etwas sehr chaotische Schlaflager

Sonntag, 04.06.2006

Paul besorgte uns am nächsten Morgen, also so um 12 Uhr, Bagutte und Pain au Chocolat und nachmittags starteten wir die letzte Besichtigungstour. Da es der erste Sonntag im Monat war, war der Eintritt in alle staatlichen Museen frei. Dies nutzten wir, um uns im Centre Pompidou eine moderne Kunstausstellung anzusehen.
Weiter ging es mit der Metro zur Oper, Galerie Lafayette (beide nur von außen zu besichtigen) und zur Kirche Saint Sulpice, die dem Sakrileg-Leser bekannt sein dürfte. Ein Päuschen im Jardin de Luxembourg (wunderschön meint Katha und eigentlich wir alle drei), dann warfen wir noch einen Blick auf das Pantheon. Am Place de la Concorde angekommen, bewunderten wir den Obelisken und das teuerste Hotel von Paris mit sehr edlen Schlitten davor. Zu Fuss entlang der Champs-Elysees ging es zum Arc de Triomphe. Vorher kehrten wir aber noch in einem Fruchtparadies ein, um die nötigen Nährstoffe für einen Aufstieg auf den Bogen zu bekommen.
Oben angelangt, bekamen wir einen Ausblick auf ganz Paris und alle unsere vorherigen Stationen der Reise.
Den Abschluss bildete eine Fahrt zum Trocadero, wo wir noch einmal den leuchtenden Eiffelturm in seiner vollen Pracht bewundern konnten. Von dort nahmen wir auch bunt blinkende Eiffelturm-Modelle mit, die uns auch noch nach vielen Jahren an die Parisfahrt erinnern werden.

Montag, 05.06.2006

Kaum waren wir um 1 Uhr nachts zum Schlafen gekommen, klingelte um 5 Uhr in der Früh der grausame Wecker. Packen und Aufbruch zur RER-Station waren angesagt. Und nun ging alles perfekt, musste ja auch, da wir am Flughafen dann in letzter Minute eincheckten.
Nach einem langen Ausflug über das Rollfeld des Flughafens, wo dann der Regen wiederkam, den wir in Paris zum Glück nicht erlebt hatten, kamen wir nach kurzem Flug wieder in Deutschland an.

Vielen Dank Flo, für die Gastfreundschaft und die gute Reiseorganisation. Wir freuen uns, dass du bald wieder im Lande bist.
Katha, Steigi, Paul