Freitag, 04.11.2005

An diesem Tag fand in meinem Zimmer eine Party statt. Eigentlich hatte ich geplant nur eine kleine Feier mit befreundeten Mathematikern von der Uni zu machen, aber die Party ist dann doch sehr viel größer geworden. Schlussendlich waren etwa 50 Leute da, die haben aber nicht alle in mein Zimmer gepasst. Deshalb hielten sich die Meisten vorwiegend auf dem Gang im Wohnheim auf. Glücklicherweise gab es keine Beschwerden von den anderen Bewohnern der Etage. Es war sogar so, dass 3 Leute, die ich bislang noch nicht gekannt hatte und die auch auf diesem Stock wohnen, mitfeierten.
Wir feierten bis 5 Uhr, die Letzten sind mit der ersten RER um 5.30 Uhr nach Hause gefahren. Glücklicher- und netterweise halfen mir v.a. Sonja und Sarah, eine Französin, die ebenfalls im selben Stock wie ich wohnt, beim Aufräumen und Saubermachen. Als ich um kurz nach 6 Uhr ins Bett gefallen war, sah das Zimmer schon wieder annehmbar aus und der Boden im Zimmer und am Gang klebte nur noch halb so stark wie 2 Stunden zuvor. Somit hatte ich am nächsten Tag gar nicht mehr viel Arbeit – nur noch einmal das Zimmer durchputzen und die letzten Reste beseitigen.
Auf der Party gab es einen kleinen Zwischenfall: Gegen 3 Uhr dachten wir, dass das Haus gegenüber unseres Studentenwohnheims brennen würde. Irgendein Depp hatte vor dem Haus eine Rauchbombe gezündet und da in dieser Nacht wieder einige Gebäude und Autos in Paris und vorallem in den Vorstädten in Brand gesetzt wurden, waren wir schon etwas geschockt. Ich habe machte die Musik und wollte schon die Feuerwehr anrufen, aber Guillaume und Céline gingen erstmal nach außen, um zu schauen, was dort genau vor sich ging. Sie sagten uns, dass es sich nur um einen “Fake” handle – sauwitzig!

Mein Zimmer vor der PartyDie ersten Gäste
FloraJuan-Mi
Diego und MiklosPiotr
Diego bei seiner Lieblingsbeschäftigung, bestaunt von ThomasSarah
Rodrigue und EnricoHonza, Guillaume, Sonja und ich
Ich, Clemence, Sonja, Piotr, Guillaume und HonzaJan, Sonja, Honza
Juan-Mi als DJThomas etwas später

In Lognes war also nichts passiert, am nächsten Tag erfuhren wir aber, dass in Torcy eine Schule zur Hälfte ausgebrannt war und einige Autos angezündet wurden. Genauso in Noisiel, dort wurden das Finanzgebäude, ein Kindergarten und einige Autos in Brand gesteckt. Insgesamt brannten in Paris und Umgebung über 1000 Autos. Wir waren in Lognes zwar nicht direkt von den Krawallen betroffen, aber trotzdem hatten wir ein wenig Angst.