Donnerstag, 29.09.2005 – Sonntag, 02.10.2005

Donnerstag vormittag war ich in der “Analyse complexe”-Übung und hab leider so gut wie gar nichts verstanden. Auch die anderen französischen Studenten hatten ziemliche Probleme dem Prof bei seinen Ausführungen zu folgen, für mich war’s – erschwert durch die fremde Sprache – fast unmöglich. War etwas deprimierend, aber was soll’s!
Nachdem ich am Nachmittag wieder etwas am Weblog rumgebastelt habe und im Internet surfen war, bin ich abends mit den anderen weggegangen.
Um 22 Uhr hatten wir uns mit den Torcy-Leuten an der RER-Station in Lognes verabredet, weil wir nach Montparnasse in die Disco “Mix” gehen wollten. Dort ist jeden Donnerstag für ausländische Studenten bis 0 Uhr der Eintritt frei. Leider haben wir es nicht geschafft bis 0 Uhr in der Disco zu sein, denn statt um 22 Uhr haben wir uns erst um 22.30 Uhr an der RER-Station getroffen und in Chatelet des Halles, wo wir umsteigen mussten, haben wir dann noch 2 Spanier verloren – auf die haben wir etwa noch ne halbe Stunde gewartet. Als wir um 23.45 Uhr vorm Mix waren, fanden wir eine etwa 100 Meter lange Menschenschlange vor – und bis 0 Uhr sind wir leider nicht reingekommen.

Menschenschlange vorm MixDiego und Gloria

Dani, Thomas, Miklos, Dia und ich sowie 2 Franzosen namens Damien und Fréderic, die wir beim Warten vor der Disco kennengelernt haben, beschlossen kurzfristig doch nicht in die Disco zu gehen, sondern eine Kneipe in der Nähe aufzusuchen. Eine solche Kneipe haben wir auch gefunden und es war dort total lustig.
DamienFréderic
Fanni vorm Mix

Um 3.30 Uhr haben wir uns mit dem Bus auf den Heimweg begeben und gegen 4.30 Uhr waren wir daheim. Leider hatte ich dann nur noch 3 Stunden zu schlafen.
Denn auf 7.30 Uhr hatte ich meinen Wecker gestellt, da um 8.30 Uhr der Kurs “Analyse numerique” stattfand. Und weil ich mich dafür anmelden wollte, war ich gezwungen in die Vorlesung zu gehen.
Nachdem ich die Vorlesung und die anschließende Übung (also insgesamt 4 Stunden Numerik am Stück) hinter mich gebracht hatte, war ich am Nachmittag wieder im Salle multimedia im Internet unterwegs – das Ganze leicht übermüdet.
Gegen 17 Uhr bin ich heimgefahren und wollte mich mal kurz für ne Stunde auf’s Ohr legen. Leider bin ich statt um 18 Uhr erst um 3 Uhr nachts wieder aufgewacht – naja, und was sollte ich um 3 Uhr nachts schon groß machen? Ich beschloss einfach noch weng weiterzuschlafen und schließlich bin ich um 9 Uhr wieder aufgewacht. 14 Stunden Schlaf sollten eigentlich genügen!

Der Samstag begann sehr erfreulich! Jana hatte in ihrem Briefkasten einen Brief von Neuf-Telecom erhalten, in dem stand, dass wir von der Post das Wifi-Paket (Wifi ist hier die Abkürzung für Wireless-LAN) abholen könnten. Nachdem Jana und ich das Paket von der Post abgeholt hatten, haben Thomas und ich stundenlang mit Hilfe des “tollen” Programms, das Neuf Telecom zur Installation der Neuf-Box mitschickt, versucht ins Internet zu kommen. Nach einigen Stunden vergeblichen Versuchens ist dies Thomas doch gelungen – völlig ohne die Software von Neuf Telecom. Leider stellte sich heraus, dass die reichweite des Netzwerkes nicht bis zu Thomas, Markus und meinem Zimmer reicht – d.h. Michael, Jana, Sonja und Diego können jetzt aus ihrem Zimmer problemlos ins Internet, bei uns dreien klappt’s leider nicht. In den nächsten Tagen haben wir verschiedene Router und Repeater ausprobiert – alles ohne Erfolg. :-(

Am Nachmittag hat mich Vincent, der Franzose, der bei Esto so engagiert ist, zum Basketballspielen abgeholt. Wir sind mit seinem Auto über die Autobahn und dann durch Paris bis in die Nähe von Bercy gefahren, wo wir mit einigen Franzosen zusammen Basketball gespielt haben. War ziemlich cool, immer 4:4 und die Siegermannschaft ist auf dem Feld geblieben und hat gegen ein anderes Team gespielt. Es sind ständig neue Leute gekommen. Die Spielweise hier ist allerdings ziemlich hart, denn bei jedem Wurf oder Rebound wird man etwa dreimal gefoult – das Spiel läuft aber ohne Unterbrechung weiter.
So gegen 19 Uhr sind Vincent, ich und Roman, ein Kumpel von Vincent, zu einer Epicrie gefahren, um paar Lebensmittel und Bier einzukaufen. In Romans Bude – etwa 50 Meter von Sacré Coeur entfernt – hat jeder geduscht, wir haben zu abend gegessen und das Bier vernichtet. Es sind noch 2 weitere Bekannte von Roman und Vincent gekommen, mit denen haben wir uns ziemlich lang unterhalten – alles auf Französich.
So um 0 Uhr hat mich Vincent nach Chatelet des Halles gefahren, da ich mit Dia, der Ungarin, die in Torcy wohnt, ausgemacht hatte, dass wir uns um 0.30 Uhr an der “Fontaine des Innocents” treffen wollten. Dia ist allerdings erst um kurz nach 1 Uhr gekommen – war aber nicht so schlimm, denn ich habe in der Zwischenzeit die Leute ein wenig beobachtet – in Paris war nämlich an diesem Abend die “Nuit blanche” und es war ganz schön was los auf den Straßen.
Mit Dia hab ich mir das muntere Treiben angeschaut und wir sind anschließend erst in eine Bar gegangen, wo eine gute Liveband gespielt hat, dann haben wir in einer Brasserie einen Kaffee bzw. ich lait chaud getrunken. Gegen 5.30 Uhr sind wir getrennt (!) nach Hause gefahren.
Meine Digitalkamera hatten an diesem Tag Michael, Thomas und Markus dabei, hier ein paar von den Bildern, die sie gemacht haben:

Jana, Markus, Thomas und Diego - im Hintergund Sacré CoeurSacré Coeur
MontmarteMontmarte
90 E-Gitarristen vor Sacré CoeurDiego und Jana
MarkusHanna, die Bekannte von Markus
Nochmal HannaWeinflasche
PillarInigo und Gloria
Dani, Michael, Inigo, Pillar, Diego, Thomas, Hanna und MarkusNuit Blanche
Pillar, Gloria und JanaDia, Jan und drei Italiener
Die zwei Jans und ein ItalienerJavi und Jana

Obwohl ich am Sonntag schon um 11.30 Uhr aufgestanden bin, war ich kein bisschen müde – lag wahrscheinlich daran, dass ich vom Vortag noch ausgeschlafen genung war. Den Tag über hab ich nichts besonderes gemacht, erst am Abend ist Sonja wieder aus Deutschland zurückgekommen. Sie war am Samstag zuvor eine Woche nach Deutschland gefahren, um die restlichen notwendigen Sachen für ihr und mein Zimmer zu holen und um einen Professor in Bayreuth wegen ihrer Diplomarbeit zu treffen.
Sonja hatte aus Deutschland Leikeim-Bier mitgebracht. Nachdem wir Sonja geholfen hatten ihr Gepäck mit ins Zimmer zu bringen, haben wir gleich mal das deutsche Bier getestet. Gegen 0.30 Uhr ging’s aber schon ins Bett.