Montag, 03.10.2005 – Freitag, 07.10.2005

In der Analyse complexe-Vorlesung am Vormittag hab ich, glaube ich, soviel wie noch nie in meinem Leben zuvor in einer Vorlesung mitgeschrieben – 9 Seiten und dazu noch wirklich anspruchsvolle Sachen. Wirklich viel hab ich da wieder nicht verstanden.
Besser war’s am Nachmittag in der Statistique Empirique-Übung, dort musste ich sogar eine Aufgabe an der Tafel vorrechnen. Da ich die Aufgabe ziemlich schnell gelöst hatte, sollte ich diese an der Tafel erklären. Der Übungsleiter hatte da scheinbar noch nicht gecheckt, dass ich Erasmusstudent bin. Naja, ich hab dann einfach das hingeschrieben, was ich mir überlegt hatte. Er wollte immer noch paar Details wissen und ich verstand teilweise nicht ganz, worauf er hinaus wollte, aber insgesamt hat’s schon gepasst.
Am Abend war ich in Janas Zimmer im Internet und hab erst ziemlich lang mitm Chris in Leups, anschließend mitm Hofi in Melbourne über ICQ gechattet. Jana und paar andere sind in der Zwischenzeit nach Torcy gefahren und haben mit den Torcy-Erasmuslern zusammen gefeiert. Als Jana um 5.30 Uhr (!) wieder nach Hause kam, war ich immer noch vorm Computer gesessen, wovon Jana etwas überrascht schien.

Glücklicherweise hatte ich am nächsten Tag erst um 14 Uhr Uni und konnte zumindest bis 11 Uhr schlafen. Die stochastische Prozesse-Vorlesung war ziemlich schwer. Am Abend haben Michael, Sonja, Thomas und ich in Sonjas Zimmer den Film „In the jungle“ auf deutsch angekuckt und um 1 Uhr sind wir ins Bett gegangen.

Am Mittwoch hatte ich Vorlesung in „Statistique empirique“ bei Mr Hoffmann, dem meiner Meinung nach hier besten Prof. Die Vorlesung war zwar sehr schnell, aber trotzdem sehr gut verständlich.
Am Abend kamen einige Torcy-Leute und wir schauten – diesmal auf Französisch – Markus DVD: „Die fabelhafte Welt der Amélie Poulin“ (oder wie hier manche sagen Amélie Putain). Nach dem Film haben wir alle zusammen ein paar lustige Gespräche über Skype geführt, u.a. mit einem Algerier, der uns in einem Internetcafé sitzend ein Lied vorgesungen hat.

In der Übung zu Analyse complexe am darauf folgenden Morgen hab ich wieder so viel verstanden wie in der Vorlesung – nämlich nix….
Am Nachmittag war ich mal wieder im Internet unterwegs und hab, hört! hört! gerlernt, nämlich die letzte Vorlesung von Analyse numerique. Obwohl es mir in der Vorlesung extrem schwer vorkam, hatte ich es ziemlich schnell verstanden, da es doch einfacher als gedacht war.

Leider bin ich, trotz der guten Vorbereitung auf die Vorlesung, am Freitag früh nicht rechtzeitig aus dem Bett gekommen und musste deshalb die Vorlesung um 8.30 Uhr sausen lassen. In der Übung um 10.45 Uhr war ich aber. Der Prof, Mr Eymard, ist sehr nett und kümmert sich immer ganz besorgt um uns Erasmusstudenten und unterhält sich mit uns.

Carte Imagine R   Am Nachmittag hab ich die ersten Bilder hochgeladen und als ich daheim ankam, war endlich die Carte Imagine R da. Mit dieser Karte kann ich in den Zonen 4 und 5 (in Zone 4 wohne ich, in Zone 5 befindet sich die Uni) umsonst mit der Metro bzw. RER fahren, am Wochenende und an Feiertagen sogar in ganz Paris.
Glaspyramide vorm Louvre Louvre

Ab 17 Uhr machte ich mich mit Michael und Sonja auf den Weg zum Louvre, wo wir bis 21 Uhr blieben und uns die vielen Kunstwerke ansahen. Es gibt dort wahnsinnig viel zu sehen. Mit am beeindruckendsten war für uns aber schon allein das riesige Gebäude, in dem die ganzen Kunstschätze untergebracht sind.

Joconde - Mona Lisa Im Inneren des Louvre
Nike von Samothrake Der Klumpfuß

Am Ende, nach mehr als 3 Stunden mit Bildern und Skulpturen, war’s uns fast etwas zuviel mit der Kunst. Wir waren dann froh, dass wir uns mit Diego, Markus und Pillar vorm Louvre an der berühmten Glaspyramide verabredet hatten.

Michael im Louvre Sonja im Louvre
Photo aus dem Louvre Glaspyramide bei Nacht

Zusammen suchten wir die „billige“ Moules-Frites-Kneipe, die der Hollemann Sonja empfohlen hat, auf. Als wir schließlich fündig geworden waren, wurden wir erstmal enttäuscht, denn in der Kneipe gibt es seit einiger Zeit leider keine Küche mehr. Auf dem Weg zu dieser Kneipe hatten wir aber einen billigen Inder nebenan gesehen (7 € für plat du jour und 2 Weingläser). Dort haben wir zu Abend gegessen und sind anschließend wieder zur angesprochenen Kneipe zurückgekehrt, um ein Bierchen zu trinken.

Markus beim Inder Michael beim Inder
Pillar und Sonja in der Moules-Frites-Kneipe Ich in der Moules-Frites-Kneipe
Die Bedienung in der Moules-Frites-Kneipe
Gegen 0.30 Uhr nahmen wir die letzte Metro nach Hause. Diego und ich bei der Heimfahrt