Oktober 2005


Allgemein und Nouvelles de ParisMittwoch, 12. Oktober 2005

Montag, 03.10.2005 – Freitag, 07.10.2005

In der Analyse complexe-Vorlesung am Vormittag hab ich, glaube ich, soviel wie noch nie in meinem Leben zuvor in einer Vorlesung mitgeschrieben – 9 Seiten und dazu noch wirklich anspruchsvolle Sachen. Wirklich viel hab ich da wieder nicht verstanden.
Besser war’s am Nachmittag in der Statistique Empirique-Übung, dort musste ich sogar eine Aufgabe an der Tafel vorrechnen. Da ich die Aufgabe ziemlich schnell gelöst hatte, sollte ich diese an der Tafel erklären. Der Übungsleiter hatte da scheinbar noch nicht gecheckt, dass ich Erasmusstudent bin. Naja, ich hab dann einfach das hingeschrieben, was ich mir überlegt hatte. Er wollte immer noch paar Details wissen und ich verstand teilweise nicht ganz, worauf er hinaus wollte, aber insgesamt hat’s schon gepasst.
Am Abend war ich in Janas Zimmer im Internet und hab erst ziemlich lang mitm Chris in Leups, anschließend mitm Hofi in Melbourne über ICQ gechattet. Jana und paar andere sind in der Zwischenzeit nach Torcy gefahren und haben mit den Torcy-Erasmuslern zusammen gefeiert. Als Jana um 5.30 Uhr (!) wieder nach Hause kam, war ich immer noch vorm Computer gesessen, wovon Jana etwas überrascht schien.

Glücklicherweise hatte ich am nächsten Tag erst um 14 Uhr Uni und konnte zumindest bis 11 Uhr schlafen. Die stochastische Prozesse-Vorlesung war ziemlich schwer. Am Abend haben Michael, Sonja, Thomas und ich in Sonjas Zimmer den Film “In the jungle” auf deutsch angekuckt und um 1 Uhr sind wir ins Bett gegangen.

Am Mittwoch hatte ich Vorlesung in “Statistique empirique” bei Mr Hoffmann, dem meiner Meinung nach hier besten Prof. Die Vorlesung war zwar sehr schnell, aber trotzdem sehr gut verständlich.
Am Abend kamen einige Torcy-Leute und wir schauten – diesmal auf Französisch – Markus DVD: “Die fabelhafte Welt der Amélie Poulin” (oder wie hier manche sagen Amélie Putain). Nach dem Film haben wir alle zusammen ein paar lustige Gespräche über Skype geführt, u.a. mit einem Algerier, der uns in einem Internetcafé sitzend ein Lied vorgesungen hat.

In der Übung zu Analyse complexe am darauf folgenden Morgen hab ich wieder so viel verstanden wie in der Vorlesung – nämlich nix….
Am Nachmittag war ich mal wieder im Internet unterwegs und hab, hört! hört! gerlernt, nämlich die letzte Vorlesung von Analyse numerique. Obwohl es mir in der Vorlesung extrem schwer vorkam, hatte ich es ziemlich schnell verstanden, da es doch einfacher als gedacht war.

Leider bin ich, trotz der guten Vorbereitung auf die Vorlesung, am Freitag früh nicht rechtzeitig aus dem Bett gekommen und musste deshalb die Vorlesung um 8.30 Uhr sausen lassen. In der Übung um 10.45 Uhr war ich aber. Der Prof, Mr Eymard, ist sehr nett und kümmert sich immer ganz besorgt um uns Erasmusstudenten und unterhält sich mit uns.

Carte Imagine R Am Nachmittag hab ich die ersten Bilder hochgeladen und als ich daheim ankam, war endlich die Carte Imagine R da. Mit dieser Karte kann ich in den Zonen 4 und 5 (in Zone 4 wohne ich, in Zone 5 befindet sich die Uni) umsonst mit der Metro bzw. RER fahren, am Wochenende und an Feiertagen sogar in ganz Paris.

Glaspyramide vorm LouvreLouvre

Ab 17 Uhr machte ich mich mit Michael und Sonja auf den Weg zum Louvre, wo wir bis 21 Uhr blieben und uns die vielen Kunstwerke ansahen. Es gibt dort wahnsinnig viel zu sehen. Mit am beeindruckendsten war für uns aber schon allein das riesige Gebäude, in dem die ganzen Kunstschätze untergebracht sind.
Joconde - Mona LisaIm Inneren des Louvre
Nike von SamothrakeDer Klumpfuß

Am Ende, nach mehr als 3 Stunden mit Bildern und Skulpturen, war’s uns fast etwas zuviel mit der Kunst. Wir waren dann froh, dass wir uns mit Diego, Markus und Pillar vorm Louvre an der berühmten Glaspyramide verabredet hatten.
Michael im LouvreSonja im Louvre
Photo aus dem LouvreGlaspyramide bei Nacht

Zusammen suchten wir die “billige” Moules-Frites-Kneipe, die der Hollemann Sonja empfohlen hat, auf. Als wir schließlich fündig geworden waren, wurden wir erstmal enttäuscht, denn in der Kneipe gibt es seit einiger Zeit leider keine Küche mehr. Auf dem Weg zu dieser Kneipe hatten wir aber einen billigen Inder nebenan gesehen (7 € für plat du jour und 2 Weingläser). Dort haben wir zu Abend gegessen und sind anschließend wieder zur angesprochenen Kneipe zurückgekehrt, um ein Bierchen zu trinken.
Markus beim InderMichael beim Inder
Pillar und Sonja in der Moules-Frites-KneipeIch in der Moules-Frites-Kneipe
Die Bedienung in der Moules-Frites-Kneipe

Gegen 0.30 Uhr nahmen wir die letzte Metro nach Hause.Diego und ich bei der Heimfahrt

Allgemein und Nouvelles de ParisMittwoch, 12. Oktober 2005

Donnerstag, 29.09.2005 – Sonntag, 02.10.2005

Donnerstag vormittag war ich in der “Analyse complexe”-Übung und hab leider so gut wie gar nichts verstanden. Auch die anderen französischen Studenten hatten ziemliche Probleme dem Prof bei seinen Ausführungen zu folgen, für mich war’s – erschwert durch die fremde Sprache – fast unmöglich. War etwas deprimierend, aber was soll’s!
Nachdem ich am Nachmittag wieder etwas am Weblog rumgebastelt habe und im Internet surfen war, bin ich abends mit den anderen weggegangen.
Um 22 Uhr hatten wir uns mit den Torcy-Leuten an der RER-Station in Lognes verabredet, weil wir nach Montparnasse in die Disco “Mix” gehen wollten. Dort ist jeden Donnerstag für ausländische Studenten bis 0 Uhr der Eintritt frei. Leider haben wir es nicht geschafft bis 0 Uhr in der Disco zu sein, denn statt um 22 Uhr haben wir uns erst um 22.30 Uhr an der RER-Station getroffen und in Chatelet des Halles, wo wir umsteigen mussten, haben wir dann noch 2 Spanier verloren – auf die haben wir etwa noch ne halbe Stunde gewartet. Als wir um 23.45 Uhr vorm Mix waren, fanden wir eine etwa 100 Meter lange Menschenschlange vor – und bis 0 Uhr sind wir leider nicht reingekommen.

Menschenschlange vorm MixDiego und Gloria

Dani, Thomas, Miklos, Dia und ich sowie 2 Franzosen namens Damien und Fréderic, die wir beim Warten vor der Disco kennengelernt haben, beschlossen kurzfristig doch nicht in die Disco zu gehen, sondern eine Kneipe in der Nähe aufzusuchen. Eine solche Kneipe haben wir auch gefunden und es war dort total lustig.
DamienFréderic
Fanni vorm Mix

Um 3.30 Uhr haben wir uns mit dem Bus auf den Heimweg begeben und gegen 4.30 Uhr waren wir daheim. Leider hatte ich dann nur noch 3 Stunden zu schlafen.
Denn auf 7.30 Uhr hatte ich meinen Wecker gestellt, da um 8.30 Uhr der Kurs “Analyse numerique” stattfand. Und weil ich mich dafür anmelden wollte, war ich gezwungen in die Vorlesung zu gehen.
Nachdem ich die Vorlesung und die anschließende Übung (also insgesamt 4 Stunden Numerik am Stück) hinter mich gebracht hatte, war ich am Nachmittag wieder im Salle multimedia im Internet unterwegs – das Ganze leicht übermüdet.
Gegen 17 Uhr bin ich heimgefahren und wollte mich mal kurz für ne Stunde auf’s Ohr legen. Leider bin ich statt um 18 Uhr erst um 3 Uhr nachts wieder aufgewacht – naja, und was sollte ich um 3 Uhr nachts schon groß machen? Ich beschloss einfach noch weng weiterzuschlafen und schließlich bin ich um 9 Uhr wieder aufgewacht. 14 Stunden Schlaf sollten eigentlich genügen!

Der Samstag begann sehr erfreulich! Jana hatte in ihrem Briefkasten einen Brief von Neuf-Telecom erhalten, in dem stand, dass wir von der Post das Wifi-Paket (Wifi ist hier die Abkürzung für Wireless-LAN) abholen könnten. Nachdem Jana und ich das Paket von der Post abgeholt hatten, haben Thomas und ich stundenlang mit Hilfe des “tollen” Programms, das Neuf Telecom zur Installation der Neuf-Box mitschickt, versucht ins Internet zu kommen. Nach einigen Stunden vergeblichen Versuchens ist dies Thomas doch gelungen – völlig ohne die Software von Neuf Telecom. Leider stellte sich heraus, dass die reichweite des Netzwerkes nicht bis zu Thomas, Markus und meinem Zimmer reicht – d.h. Michael, Jana, Sonja und Diego können jetzt aus ihrem Zimmer problemlos ins Internet, bei uns dreien klappt’s leider nicht. In den nächsten Tagen haben wir verschiedene Router und Repeater ausprobiert – alles ohne Erfolg. :-(

Am Nachmittag hat mich Vincent, der Franzose, der bei Esto so engagiert ist, zum Basketballspielen abgeholt. Wir sind mit seinem Auto über die Autobahn und dann durch Paris bis in die Nähe von Bercy gefahren, wo wir mit einigen Franzosen zusammen Basketball gespielt haben. War ziemlich cool, immer 4:4 und die Siegermannschaft ist auf dem Feld geblieben und hat gegen ein anderes Team gespielt. Es sind ständig neue Leute gekommen. Die Spielweise hier ist allerdings ziemlich hart, denn bei jedem Wurf oder Rebound wird man etwa dreimal gefoult – das Spiel läuft aber ohne Unterbrechung weiter.
So gegen 19 Uhr sind Vincent, ich und Roman, ein Kumpel von Vincent, zu einer Epicrie gefahren, um paar Lebensmittel und Bier einzukaufen. In Romans Bude – etwa 50 Meter von Sacré Coeur entfernt – hat jeder geduscht, wir haben zu abend gegessen und das Bier vernichtet. Es sind noch 2 weitere Bekannte von Roman und Vincent gekommen, mit denen haben wir uns ziemlich lang unterhalten – alles auf Französich.
So um 0 Uhr hat mich Vincent nach Chatelet des Halles gefahren, da ich mit Dia, der Ungarin, die in Torcy wohnt, ausgemacht hatte, dass wir uns um 0.30 Uhr an der “Fontaine des Innocents” treffen wollten. Dia ist allerdings erst um kurz nach 1 Uhr gekommen – war aber nicht so schlimm, denn ich habe in der Zwischenzeit die Leute ein wenig beobachtet – in Paris war nämlich an diesem Abend die “Nuit blanche” und es war ganz schön was los auf den Straßen.
Mit Dia hab ich mir das muntere Treiben angeschaut und wir sind anschließend erst in eine Bar gegangen, wo eine gute Liveband gespielt hat, dann haben wir in einer Brasserie einen Kaffee bzw. ich lait chaud getrunken. Gegen 5.30 Uhr sind wir getrennt (!) nach Hause gefahren.
Meine Digitalkamera hatten an diesem Tag Michael, Thomas und Markus dabei, hier ein paar von den Bildern, die sie gemacht haben:

Jana, Markus, Thomas und Diego - im Hintergund Sacré CoeurSacré Coeur
MontmarteMontmarte
90 E-Gitarristen vor Sacré CoeurDiego und Jana
MarkusHanna, die Bekannte von Markus
Nochmal HannaWeinflasche
PillarInigo und Gloria
Dani, Michael, Inigo, Pillar, Diego, Thomas, Hanna und MarkusNuit Blanche
Pillar, Gloria und JanaDia, Jan und drei Italiener
Die zwei Jans und ein ItalienerJavi und Jana

Obwohl ich am Sonntag schon um 11.30 Uhr aufgestanden bin, war ich kein bisschen müde – lag wahrscheinlich daran, dass ich vom Vortag noch ausgeschlafen genung war. Den Tag über hab ich nichts besonderes gemacht, erst am Abend ist Sonja wieder aus Deutschland zurückgekommen. Sie war am Samstag zuvor eine Woche nach Deutschland gefahren, um die restlichen notwendigen Sachen für ihr und mein Zimmer zu holen und um einen Professor in Bayreuth wegen ihrer Diplomarbeit zu treffen.
Sonja hatte aus Deutschland Leikeim-Bier mitgebracht. Nachdem wir Sonja geholfen hatten ihr Gepäck mit ins Zimmer zu bringen, haben wir gleich mal das deutsche Bier getestet. Gegen 0.30 Uhr ging’s aber schon ins Bett.

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