September 2005


Allgemein und Nouvelles de ParisDonnerstag, 29. September 2005

Sonntag, 18.9.2005

Das war einer der ausgefülltesten Tage meines bisherigen Parisaufenthaltes. Gegen 10 Uhr fuhren wir mit der RER in Richtung Innenstadt, denn an diesem Tag war “Tag der offenen Tür”. Das hieß, dass viele Gebäude und Museen, die sonst Eintritt kosten, umsonst besichtigt werden konnten. Wir wollten das ausnutzen und gingen als erstes zum “Ministère de l’interieur”. Scheinbar waren wir nicht die einzigen, die vom Tage der offenen Tür profitieren wollen. Vor dem Innenministerium stand eine Schlange von etwa 300 Metern Länge an – d.h. etwa 2 Stunden Wartezeit. Leider war uns das doch etwas zu viel und wir beschlossen uns anderweitig umzusehen.

Deshalb liefen wir über die Champs Elysées zum “Place de la Concorde”, auf dem neben den schönen Brunnen der berühmte Obelisk und das “Assemblée Nationale” zu bestaunen sind. Das dauerte insgesamt schon ein paar Stunden, denn da waren die Spanier, die zwar wirklich sehr nett, aber leider oft etwas sehr langsam sind, dabei. Am früheren Nachmittag besichtigten wir das Kunstmuseum “Musée d’Orsay”. Im Anschluss daran trennten sich Sonja, Michael, Thomas und ich vom Rest der Gruppe (Jana war in der Zwischenzeit bis Sonntag drauf zu ihrem Freund nach Grenoble unterwegs) und wir gingen zum “Hôtel des Invalides”, einem früheren Lazarett. Heute findet man neben dem Armeemuseum und militärischen Verwaltungsstellen das Grabmal Napoleons.

Unser Ziel war es, den Sonnenuntergang auf dem Arc de Triomphe zu erleben. Auf dem Weg vom Invalidendom zum Triumphbogen kamen wir am Eiffelturm vorbei, der natürlich eins der Highlights des Tages darstellte. Wir sind zwar nicht nach oben gefahren oder gelaufen (ich denke, Sonja war uns dafür ziemlich dankbar), aber sogar von unten ist das imposante Bauwerk sehr eindrucksvoll.

Nachdem wir auch dort einige Zeit verbracht hatten, ging es weiter zum Arc de Triomphe. Normalerweise kostet der Eintritt dort 8 €, aufgrund des Tags der offenen Tür durften wir aber umsonst hoch. Sonja fiel der Aufstieg nicht besonders leicht, denn sie hat tierisch Höhenangst. Oben angekommen, schauten wir uns Paris in allen Richtungen haargenau an. Das war wirklich ein eindruckvolles Erlebnis, das man nicht missen sollte, wenn man mal in Paris ist. Bis die Sonne aber untergegangen war und der Mond zum Vorschein kam, dauerte es noch. In der Zwischenzeit hatten wir das Museum, das sich in dem Bauwerk angesehen, das Grab des Unbekannten Soldaten betrachtet und die “Stadt der Lichter” von oben genossen.

Gegen 21 Uhr stiegen wir den Turm wieder hinab, was für Sonja eine kleine Tortur war. Unten angekommen, war ihr fast schwarz vor Augen und ihr Gesicht kreidebleich. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es aber letztendlich mit der Metro und RER nach Hause.

Allgemein und Nouvelles de ParisDonnerstag, 29. September 2005

Dienstag, 13.9.2005 – Samstag, 17.9.2005

Für den Rest der Woche fand vormittags immer der Sprachkurs statt, nachmittags entweder auch Kurs oder verschiedene Unternehmungen. Wie jeder, der hier hinkommt, hatte ich gedacht, dass es sicherlich sauschwer werden wird mit der Sprache und dass jeder andere Erasmusstudent viel besser spricht als man selbst. Im Sprachkurs hatte ich dann aber gemerkt, dass es überhaupt so war, denn das Niveau dort war wirklich nicht zu hoch – im anderen Kurs saßen mitunter Studenten, die kein Wort Französisch sprechen konnten.

Den Mittwoch Nachmittag verbrachten wir im “Palais de la Découverte” – ein großes Museum mit Physik-, Chemie-, Biologie-, Astronomie-, Mathematikabteilung und v.a. Am Weg dorthin sind wir das erste Mal über die berühmte “Champs Elysées” gelaufen – war natürlich beeindruckend

Abends kamen die anderen Sprachkursteilnehmer aus Torcy zu Besuch und feierten in Diegos Zimmer bis 1.30 Uhr.

Am Donnerstag Nachmittag nahmen wir an einer Führung vom Club International, ein Verein, der Fahrten für heimische und ausländische Studenten organisiert, durch “Le quartier et le parc de Bercy” teil. Geleitet wurde der Rundgang von Céline, einer 21-jährigen, sehr hübschen Studentin aus Paris. Sie zeigte uns den Palais Omnisports, in dem große Veranstaltungen wie Musikkonzerte oder Sportevents stattfinden, das Finanzministerium, den Park von Bercy, bei dem sich früher ein riesiges Weinlager befand, sowie den Gare d’Austerlitz; anschließend hat sie mit uns in einem kleinen Café einen Kaffee getrunken und uns ihre Telefonnummer hinterlassen.

Am Freitag vormittag konnte ich in der Uni endlich mal wieder meine E-Mails checken, da ich mich über Thomas Account einloggen durfte. Er hatte ja schon einen Zugang, denn er war bereits immatrikuliert, da er geschickterweise 2 Wochen eher nach Paris gekommen war. Abends unternahmen wir eine Rundfahrt auf der Seine mit dem “Bateau mouche”. Beginn und Ende der Fahrt waren der Eiffelturm, insgesamt dauerte sie etwa 1,5 Stunden.

Im Anschluss daran wollten wir uns zum pariser Studentenviertel “Saint-Michel” begeben. Immer den Spaniern hinterher (was sich als großer Fehler herausstellte) suchten wir etwas sehr planlos Saint-Michel und dort die besten Kneipen. Nachdem wir mehr als 1,5 Stunden umhermarschiert sind, landeten wir tatsächlich in einer coolen Studentenkneipe, bei der die Preise für pariser Verhältnisse sehr annehmbar waren (7 €/Cocktail). Wir hatten erst noch überlegt, ob wir die letzte Metro dieses Tages um 0.30 Uhr oder die erste vom nächsten Tag (5.30 Uhr) nehmen sollten. Da es, als wir aus der Studentenkneipe rausgingen, schon nach 0.30 Uhr war, hatte sich die Frage von selbst geklärt. Danach suchten wir wieder ewig rum, bis wir zu einer kleinen Disco kamen. Dort blieben wir bis 4 Uhr – aber so berauschend war’s dort irgendwie nicht – lag vielleicht auch daran, dass der Alkohol extrem teuer war.

Um 4.30 Uhr waren alle total k.o. und wir gingen zu einer “Café-Kette” namens Haäzar. Dort habe ich eine kleine Tasse Kakao für spottbillige 5,50 € () getrunken. Im Café und auf der Metrofahrt richtung Lognes bin ich schon mehrmals eingeschlafen, ins Bett kam ich endlich um 6.30 Uhr.

Am nächsten Tag bin ich erst um 15 Uhr (!) aufgestanden. Diego, Markus und ich beschlossen kurzerhand jetzt joggen zu gehen, Jana begleitete uns mit Michaels Fahrrad. Nach Joggen, Duschen und ein wenig Aufräumen war’s schon abend und Sonja und ich machten für alle Burger. Wir hatten Haschee gebrutselt, Käse, Salat, Tomaten, Zwiebeln, Ketchup und Mayo gekauft und somit konnte sich jeder satt essen. Anschließend hatte niemand von uns mehr so richtig Lust etwas zu unternehmen, deshalb haben Sonja, Michael, Thomas und ich in Sonjas Zimmer den Film “Der Wixxer” auf deutsch angeschaut.

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