AllgemeinSamstag, 29. Juli 2006

So, nachdem jetzt einige Wochen seit meinem Parisaufenthalt vergangen sind und ich mich in Deutschland wieder eingelebt habe, wird es Zeit für ein kleines Resümee und einen wehmutsvollen Rückblick:

Ohne zu wissen, was uns erwartete, fuhren Sonja und ich am 8. September 2005 in Richtung Frankreich. Natürlich hat man etwas Bammel, wenn man für mehrere Monate ins Ausland geht, denn man weiß ja nie, was da so genau auf einen zukommt. Jedoch überwog zu diesem Zeitpunkt schon die Vorfreude.Fahrt nach Paris mit Sonjas vollgelandenem Auto

Sonja, Michael, ich, Markus, Jana und DiegoUnd als Erasmusstudent wird es einem auch relativ leicht gemacht. Innerhalb weniger Stunden hatten wir Michael, Markus, Diego und Jana kennengelernt, die ja sogar im gleichen Wohnheim wohnten.

Die ersten Wochen waren hauptsächlich vom Sprachkurs, einer kleinen Affäre mit Fanny, dem Kennenlernen und Erkunden der tollen Stadt Paris und vorallem von reichlich Erasmusparties, bei denen man sehr viele Leute aus allen Ländern der Erde kennengelernt hat, geprägt. Diego und Markus stimmten jedesmal “La camisa negra” an und der Alkohol floss dabei meistens auch nicht zu knapp.

FannyErste Paris-Besichtigungstour
ErasmuspartyErasmusparty
ErasmuspartyDiego und Markus an den Gitarren

Sprachprobleme gab es eigentich relativ wenige, außer bei dem unvergessenen Gespräch mit EDF am ersten Tag. Da ich eh schon ganz gute Vorkenntnisse aus der Schule mitbrachte und man die meiste Zeit auf französisch redete, bereitete die fremde Sprache keine allzu großen Probleme.
Nach 2 Wochen in Frankreich begannen schließlich die Mathevorlesungen. Eigentlich hatte ich mir schon vorgenommen einige Kurse anständig mitzumachen. Leider war es nicht ganz einfach Mathekurse auf französisch zu verfolgen und durch die vielen Parties blieb relativ wenig Zeit zum Lernen. Hinzu kam, dass die Abschlussklausuren zum Wintersemester alle in der ersten Woche des neuen Jahres stattfanden, also gerade da, wo Krausi, mct und Marco zu Besuch waren. Zuvor war ich das erste Mal seit mehr als 3 Monaten wieder in Deutschland, um mit meiner Familie Weihnachten zu feiern.

Krausi, Marco, ich und mct bei Notre DameWeihnachten bei der Familie

In den Monaten Januar und Februar sind sehr viele Erasmusleute (u.a. Sonja, Michael, Caro und Laura) wieder zurückgegangen, andere (wie z.B. Daniel) kamen.

Abschied SonjaAbschiedsessen Michael
Verabschiedung von Laura und CaroDaniel, der Neue

In der zweiten Hälfte hatte ich mit den Erasmusleuten nur noch sehr wenig zu tun, außer mit Daniel (Fußballspiel PSG-Bordeaux mit Amandine und Annabelle, Musée Rodin, Asterixpark, Disneyland, sowie tägliche Internetsession), Christian (Generalstreik, sein Geburtstag, Solidarité SIDA und Ausstellung im Grand Palais), Miklós (Abschied Miklós) und Thomas. Das lag vorallem auch daran, dass ich einfach nicht mehr so darauf aus war nur Party zu machen.

Mit Daniel und Amandine im FußballstadionChristian
MiklósThomas, Michael und ich in Südfrankreich

Hinzu kommt, dass ich im zweiten Teil weit mehr Besucher hatte (Costa und Sarah, Kerstin und Kai, Hofi und Marco, meine Eltern zum zweiten Mal, Katha, Christian und Paul, sowie Chris und Marina) als in der ersten Hälfte (meine Eltern zum ersten Mal, sowie Krausi, mct und Marco).

Marina, Chris und ichChristian, Katha und Paul
Meine ElternMarco und Hofi
Kai und KerstinSarah, Costa und ich

Außerdem musste ich für das Praktikum beim IFP, das mir Mr Eymard verschafft hatte, fit sein, denn neben 7-8 h Arbeiten täglich, musste jeden Tag ganz Paris mit der RER durchfahren werden, was 1,5 h dauert. Zum Glück hat sich das aber gelohnt, denn das Praktikum war für mich eine tolle Erfahrung.

Praktikanten und Diplomanten beim IFPIFP

Der letzte Praktikumstag war der 28.06.2006, einen Tag später ging es mit dem Auto und erneut voller Vorfreude nach Deutschland, wo mich meine Eltern schon sehnsüchtig erwarteten.

Durch das Praktikum beim IFP hatte ich auch für mein Studium einen echten Gewinn, denn an der Uni war ich nicht so erfolgreich. Obwohl ich meine Kenntnisse in ein paar Statistik- und Stochastikkursen ausbauen konnte, habe ich nur den Kurs “Analyse numérique et simulation” beim sehr netten Professor Robert Eymard gut bestanden, was sich später bei der Praktikumssuche noch als großer Vorteil erwies.

Dafür habe ich kulturell so einiges erlebt: neben den häufigen Parisbesichtigungen (u.a. Kultur pur, Louvre-Besichtigung, La Défense, Ile-de-la-Cité, Cité des Sciences et de l’Industrie) wurden ein paar Ausflüge unternommen (Tour zu den Loireschlössern, Ausflug nach Reims, Reise nach Südfrankreich mit Thomas und Michael), das Musical “Notre Dame de Paris” besucht und einmal hatten wir die Ehre verkleidet für eine Künstlerin Bilder im Louvre zu präsentieren.

EiffelturmSacré Coeur
Ein LoireschlossChampagnerie in Reims
MarseilleVerkleidungen

Im Bereich Sport war mit Sicherheit die Teilnahme am Halbmarathon von Paris das Highlight, Fußball im Verein spielte ich leider nicht. Jedoch war ich zweimal im Stade de France, um das Länderspiel Frankreich-Deutschland und ein Champions League-Spiel anzusehen.

Teilnahme am HalbmarathonChampions League-Spiel
Frankreich-Deutschland im Stade de FranceBasketballmatch

Erwähnen möchte ich neben den Erasmusleuten auch meine französischen Freunde Vincent, mit dem ich den ersten Monaten sehr viel unterwegs war (u.a. beim Basketball, bei den Estotreffen, dem Essen bei seiner Familie,...), Celine und Guillaume, mit denen wir oft riesigen Spaß hatten (z.B. auf einer Party bei Rodrigue oder bei einer Essenseinladung von Caro, Sonja und mir), die uns aber auch immer in der Uni geholfen haben, und Rodrigue, mit dem ich vorallem in der zweiten Hälfte meines Frankreichaufenthalts viel zu tun hatte (Soirée Winter und Party bei Rod).

VincentCeline und Guillaume
Rodrigue

Naja, nachdem ich jetzt so viel Positives berichtet habe, muss auch etwas Negatives erwähnt werden:
von der missglückten Zaunüberquerung Ende Oktober ziert heute eine große Narbe mein linkes Bein. War schon eine saudumme Aktion….

ZaunüberquerungBlutige Socke und eingebundenes Bein

Alles in allem muss ich aber sagen, dass die 10 Monate in Paris eine wirklich tolle Zeit waren, in denen ich viel gesehen und erlebt habe und sehr viele Leute kennengelernt habe. So ein Jahr im Ausland und speziell in Paris kann ich jedem empfehlen!

Somit bleibt mir nur noch ein letzter Satz:

Au revoir et merci Paris!

Allgemein und Nouvelles de ParisFreitag, 30. Juni 2006

Montag, 26.06.06 – Mittwoch, 28.06.06

Die letzten Tage beim IFP waren ganz schön stressig. Am Wochenende waren ja noch Marina und Chris zu Besuch, deshalb war ich nicht dazu gekommen meinen Praktikumsabschlussbericht und die -präsentation fertigzustellen.

Am Montag musste ich deshalb noch die letzten Tests auswerten, die Ergebnisse mit Excel darstellen und in meinen getexten Bericht einbauen. Das dauerte etwa bis 16 Uhr, anschließend musste eine Power-Point-Präsentation erstellt werden. Ich muss zugeben, es war die erste größere Power-Point-Präsentation, die ich bislang gemacht hatte und es dauerte etwas länger als erhofft.
Um 19.30 Uhr habe ich das IFP verlassen (zu erwähnen ist, dass ich um 7.30 Uhr dort angekommen war und komplett auf alle Pausen verzichtet hatte), die Präsentation war zu diesem Zeitpunkt aber noch lange nicht fertig. In Lognes angekommen setzte ich mich gleich wieder an meinen Laptop und stellte die Präsentation bis um 1.30 Uhr nachts (!) fertig. Daniel hatte mich zwischendrin immer wieder aufgemuntert und in meinem Zimmer ohne Ton das WM-Achtelfinalspiel Schweiz-Ukraine geschaut.
Um 1.30 Uhr dachte ich mir, dass ich die Präsentation wenigstens einmal vorher durchgesprochen haben sollte, da ich den Vortrag ja auf französisch halten musste. Das tat ich dann auch, allerdings ging es wirklich sehr, sehr stockend. Nach jedem zweiten Satz wusste ich nicht mehr, wie ich weitererzählen sollte und musste Wörter im Wörterbuch nachschlagen.
Um 2.30 Uhr war ich dann schließlich einmal mit dem Vortrag durch und legte mich totmüde ins Bett.
Der Wecker klingelte am nächsten Morgen um 5.30 Uhr! Ich sprach den Vortrag nochmal für mich durch und beim zweiten Mal ging es schon sehr viel flüssiger. Anschließend nahm ich die RER nach Rueil-Malmaison, wo ich um 8 Uhr ankam und Elodie noch ein paar Details an der Power-Point-Präsentation verbesserte.
Gegen 9.30 Uhr hielt ich schließlich den Vortrag vor dem Professor Robert Eymard, dem Abteilungsleiter Roland Masson, Elodie und zwei weiteren Zuhörern aus dem IFP. Er dauerte etwas mehr als eine halbe Stunde. Insgesamt verlief er sehr gut, nur bei den Testergebnissen diskutierten wir etwas, weil ein paar Ergebnisse angeblich nicht ganz richtig sein können.

Nachdem nun alle Arbeit verrichtet war, hatte ich den ganzen Tag über nichts mehr zu tun. Ich konnte also am Dienstag Nachmittag und Mittwoch mit Internetsurfen die Zeit totschlagen.

Am Mittwoch, meinem letzten Arbeitstag beim IFP, kaufte ich für die gesamte Abteilung Croissants, Pains au Chocolat und Kuchen. Mr Masson verabschiedete mich und ich bedankte mich bei allen. Außerdem schoss Laura, eine Brasilianerin, die beim IFP Doktorarbeit schreibt, ein paar Bilder:

Praktikanten und Diplomanten meiner Abteilung beim IFPMein letzter Tag beim IFP

Insgesamt muss ich sagen, war das Praktikum beim IFP wirklich super. Die Leute waren sehr nett, das Thema hat mich sehr interessiert und ein bisschen Geld habe ich auch verdient. Auch wenn der Anfang vorallem aufgrund der Sprache nicht ganz einfach war, war es für mich eine sehr gute Erfahrung dort zu arbeiten.

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